Brewiks 500 - Vakuum läutern

heute haben wir für euch die „weite“ Reise nach Slowenien angetreten um einen ganz besonderen Test mit dem Brewiks 500 zu machen und zwar das Abläutern unter Vakuum. Ziel ist es zum Einen das Abläutern zu beschleunigen, aber auch die Ausbeute zu erhöhen. Heute ist es also unsere Aufgabe ans zeitliche Limit des Brewiks 500 zu gehen und dabei alles rauszuholen. Einzige Voraussetzung für das Abläutern unter Vakuum, ist das Verschließen der Luftöffnungen an den Griffen der Läuterbleche, am einfachsten geht das mit Hilfe von kleinen Korken, in unserem Fall sind die Läuterbleche schon so modifiziert, dass durch die Griffe kein Luft einströmen kann.

 

Folgendes Rezept brauen wir:

Rezept: Gringo Malt: 100 kg pale ale 50kg pilsner 5 kg kristal 5 kg abbey

Hopfengabe 1: Vor Kochbeginn 1214g Aurora 8% 219g Magnum 11.1%

Hopfengabe 2: 15 Minuten vor Kochende 541g Aurora 8% 98g Magnum 11.1% 193g Chinook 213g Cascade 365g St. Golding

Hopfengabe 3: Kochende 463g Cascade

Kaltwürze: 650 Liter Hefe: 05 15° P

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Start Einmaischen: 09:15

Einmaischtemperatur: 61°C 1. 62°C - 30 min 2. 73°C - 20 min 3. 78° C - 30 min

Bei der ersten Rast wählen wir eine Geschwindigkeit von 100%. Mit zunehmender Durchmischung kann die Geschwindigkeit auf 80% reduziert werden. Bei der neuesten Brewiks Software is übrigens die minimale Pumpengeschwindigkeit auf 60% limitiert, das schont die Dichtungen und verlängert die Lebensdauer der Pumpe.

Maischprogramm Ende ist um 10:55 Uhr. Zieht man die Rastzeiten ab ergibt das eine Aufheizrate von ca. 0.75 °C / 1 min.

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Wasservorlage im Läuterbottich: ca. 5 Minuten vor Ende beginnen wir mit der Wasservorlage im Läuterbottich. Optimalerweise wird der LB erstmal mit heißem Wasser gespült somit ist der Edelstahl warm und entzieht der Maische nicht so viel Temperatur. Der Schlauch vom LB zum MB füllen wir ebenfalls gleich mit Wasser. Wasservorlage bis das Läuterblech bedeckt ist.

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Abmaischen

Start Transfer: 10:58 Uhr Ende Transfer: 11:04 Uhr

Abgemaischt wird mit 75% Pumpengeschwindigkeit. Um nicht zu viel Sauerstoff in die Maische zu bekommen wählen wir den Anschluss direkt über dem Läuterblech. Während des Transfers öffnen wir den Maischbotticheinlass (Mixer) zu ca. 25%, dadurch erreichen wir eine gute Durchmischung der Maische während des gesamten Transfers. Kurz vor Ende schließen wir den Maischbotticheinlass wieder, öffnen kurz den Wassereinlass am tiefsten Punkt der pumpe und spülen das Steigrohr in den MB. Damit stellen wir sicher, dass wir später beim Abläutern keine Spelzen in der Würzepfanne haben. Die Wandungen spritzen wir mit ein paar Litern Wasser in den Bottich und transferieren den Rest in den Läuterbottich, fertig !

Direkt nach dem Transfer „rühren“ wir mit dem Maischepaddel im Läuterbottich nochmal ordentlich um, damit gewährleisten wir eine gleichmäßige Verteilung der Maische. 

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Trübwürzepumpen

Start Trübwürzepumpen: 11:05 Uhr Ende Trübwüzrepumpen: 11:08 Uhr

Das Trübwürzepumpen dient dazu den Treberkuchen erstmal in die gewünschte Form zu bringen, sodass die Vorderwüze klar abgeläutert werden kann. Hier merken wir schon den ersten Zeitgewinn, nach nur 3 Minuten läuft die Würze bereits klar und wir schalten um auf die Würzepfanne.

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Start Abläutern: 11:08 Uhr

Sobald der Boden der Würzepfanne bedeckt ist starten wir die Heizung. Da wir den Nachguss heute nicht mit der eingebauten „Sparging preparation“ erhitzen sondern mit einem externen Heißwassertank, werden wir die gesamte Leistung des Brewiks heute für die Erhitzung der Läuterwürze verwenden. Wir sind begeistert wie schnell die ersten 200 Liter durch sind, nach nur 7 Minuten haben wir bereits 200 Liter in der Würzepfanne, wow, das hätten wir nicht erwartet. Obwohl es noch richtig schnell läuft, erlauben wir uns bereits den ersten Tiefschnitt zu machen, man hätte sicherlich noch etwas warten können, aber wir sind ja nicht zum Spaß hier…

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Erster Tiefschnitt: 11:15 (200 Liter Würze in der Pfanne) Während des Tiefschnitts stellen wir den Maischbottich auf Zirkulation, die Idee ist möglichst schnell, viel Energie aus der Wandung des MB zu holen.

Wir sind nicht zurückhaltend und „rühren“ den Läuterbottich, wie schon zu beginn, nochmals richtig um. Spätestens hier merkt man auch den Unterschied zum Abläutern über die Schwerkraft, der Treberkuchen hat sich aufgrund des Vaccums richtig fest zusammengezogen, klar, haben wir eigentlich auch nicht anders erwartet. Nach zwei Minuten „Tiefschnitt“ schließen wir die Würzepfanne wieder und stellen den LB auf Zirkulation.

Zirkulation: 11:17 Uhr

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Unglaublich, nach 3 Minuten läuft es wieder klar und wir sammeln die Würze wieder in der Pfanne. Erneut Abläutern: 11:20 Uhr

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Beim zweiten und dritten Tiefschnitt gehen wir genau gleich vor…

Zweiter Tiefschnitt: 11:32 Uhr (370 Liter Würze in der Pfanne) Zirkulation: 11:35 Uhr

Nach dem zweiten Tiefschnitt starten wir den Nachguss. Start sparging: 11:37 Uhr

Erneut abläutern: 11:38 Uhr 11:43 Uhr ( 430 Liter Würze in der Pfanne) Ende sparging: 11:47 Uhr (490 Liter Würze in der Pfanne)

Dritter Tiefschnitt: 11:47 Uhr Zirkulation: 11:53 Uhr

Erneut abläutern: 11:54 Uhr

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11:58 Uhr: 590 Liter in der Würzepfanne

Ende Abläutern: 12:04 Uhr

Pfannevoll: 680 Liter Temperatur: 88°C

Wir sind begeistert, das Abläutern hat nichtmal eine Stunde gedauert. Damit ist unser persönlicher Rekord von 01:15 geknackt, nicht schlecht !! Die Würzepfanne hat bereits 88°C, wir schließen den Deckel und finden etwas Zeit die letzten 1,5 Stunden Revue passieren zu lassen. Das hatte ich noch nie ! Während ich an die mittlerweile über 30 Sude auf unserem Brewiks 200 zurück denke, freue ich mich insgeheim darauf ab sofort nicht mehr um 04:00 Uhr morgens aufstehen zu müssen, ein Gedanke der mir sehr gefällt.

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12:15 Uhr: 93°C Währenddessen räumen wir den Läuterbottich und auch hier merken wir die Folgen des Vaccum-Läutern

treber

Um 12:21 Uhr erreichen wir Kochtemperatur, hier 97°C, innerhalb 17 Minuten haben wir also ein delta T von 9°C geschafft. Entspricht einer Rate von: 0,53 °C / 1 Minute, wir dürfen an dieser Stelle nicht vergessen dass wir heute 680 Liter in der Würzepfanne haben. Wir sind zufrieden. Und jedem der bis heute Zweifel an der Leistung des Brewiks gehabt hat, möchten wir folgendes Video nahe legen… Die Pumpe bleibt übrigens aus !

13:21 Uhr Ende Boiling und letzte Hopfengabe 99°C

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Kurz vor Ende der letzten Hopfengabe bereiten wir den Whirlpool fürs Ausschlagen vor, Schlauchverbindung vom Auslass der Würzepfanne zum Tangentialeinlass des Whirlpools, Läuterbleche wurden bereits beim Austrebern entfernt. Bevor wir die Pumpe starten, lassen wir einige Liter per Schwerkraft in den Whirlpool laufen, solange bis der Tangentialeinlass bedeckt ist (dann spritzt´s nicht so). Wir starten also die Pumpe, mit ca. 80%, nach ein paar Minuten ist alles erledigt, die Eiweiß und Hopfenreste lassen wir in der Würzepfanne zurück, dann hat der Whirlpool schon nicht mehr so viel zu tun. Deckel zu, warten !

Start Whirlpool: 13:23 Uhr 

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Während die heiße Würze vor sich hindreht, haben wir Zeit die Würzepfanne zu reinigen, im Grunde genommen ist das nicht besonders Zeitaufwendig und ist mit ein paar wenigen Handgriffen erledigt.

Wenn man möchte kann man die Schläuche vor dem Würzekühlen noch mit der heißen Würze sterilisieren, hierzu verbinden wir den unteren Whirlpool Auslass mit der Saugseite der Pumpe, Druckseitig wird die Pumpe mit dem Röhrenwärmetauscher verbunden, um die Austrittstemperatur des Kühlers zu messen montieren wir ein 90° Bogen mit Temperaturanzeige, den Schlauch, der später zum Gärtank führt, schließen wir am oberen Einlass des Whirlpools an, wir werden also mit der heißen Würze im Kreis fahren um alle Schläuche und den Würzekühler zu sterilisieren.

Die Würze hat aufgehört zu drehen und wir starten die Zirkulation (ohne Kühlwasser!) und pumpen die heiße Würze solange im Kreis bis wir am Kühlerauslass für mindestens 5 Minuten eine Temperatur >70°C halten.

Jetzt erst starten wir die Kühlung, prinzipiell könnte man jetzt auch schon den Schlauch am Tankeinlass anbringen, da der Sud vom Vortag im Tank aber schon begonnen hat zu gären, möchten wir die Hefe nicht beleidigen und entscheiden uns dafür erst noch etwas im Kreis zu pumpen.

Rasch hat die Würze am Kühlerauslass die 20°C erreicht, wir stoppen die Pumpe kurz, desinfizieren die Armaturen und hängen den Schlauch an den Gärtankeinlass, weiter gehts !

Start Würzekühlung: 13:45 Uhr Ende Würzekühlung: 14:10 Uhr Würzetemperatur: 20°C 

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Der Trubkegel ist gut, hätte man sich noch etwas mehr Zeit gelassen, wäre er sicherlich noch etwas kompakter geworden, aber wir sind zufrieden. Reinigungsaufwand hält sich wie gewohnt sehr in Grenzen, alles mit Wasser spülen, Kesselbürste kann nicht schaden, nach 10 Minuten ist alles erledigt und wir können (noch vor 15:00 !!!) auf diesen wirklich sehr ereignisreichen Tag anstoßen, zum Wohl !!

Fazit:

Erstmal ein dickes, fettes Dankeschön an Damir, Denis und die Crew für diesen, wieder einmal, sehr interessanten und lustigen Tag, wir sind immer gerne bei euch !!

Wir waren wirklich sehr sehr schnell, mit etwas mehr als 5 Stunden war das der mit Abstand schnellste Sud, den ich überhaupt jemals auf irgendeiner Anlage gebraut habe. Das schnelle Abläutern geht natürlich nur zu Lasten der etwas geringeren Ausbeute mit ca. 65 %, aber gut, einen Tod muss man eben sterben. Alles in Allem hat es prima funktioniert, die Tatsache, dass wir einen externen Heißwassertank hatten und beim Abläutern die volle Energie ins Aufheizen der Würze stecken konnten, trägt sicherlich einen wesentlichen Beitrag. Das Abläutern selbst war jedenfalls unvergleichbar schnell.

 

Mit den Besten Grüßen

 

Manuel

 

www.brewiks.com